Corinna Schmechel

Promovendin der Soziologie, Hochschuldidaktikerin


Themenschwerpunkt: queer-feministischer Sport

Webseite/Blog: https://lmu-munich.academia.edu/CorinnaSchmechel

Sprache/n: Deutsch, Englisch

Stadt: Berlin und Jena

Land: Deutschland

Themen: hochschuldidaktik, psychiatriekritik, diversitätssensible lehre, queere sportkultur, feministische körperpolitik, feministische sportkultur, schönheitsnormen, sport und geschlecht

Ich biete: Vortrag, Seminarleitung, Beratung, Training, Interview

  Ich bin bereit, für eine Veranstaltung zu reisen.

Biografie:

Nach einem BA-Studium in Soziologie und Erziehungswissenschaft (Universität Potsdam) und einem MA in Gender Studies (Humboldt-Universität zu Berlin) promoviere ich derzeit an der LMU München in der Soziologie. Beruflich bin ich zudem in der hochschuldidaktischen Weiterbildung mit einem Schwerpunkt in diversitätssensibler Lehre an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. Mein hochschuldidaktisches Portfolio beinhaltet Themen wie den Umgang mit heterogenen Studierenden, Prüfungsangt und inklusiver Sprache in der Lehre. Ich habe akademische Lehrerfahrung in den Gender Studies und der Geschlechtersoziologie.
Ehrenamtlich bin ich seit vielen Jahren in der feministischen und queeren Sportkultur als Athletin, Box-Trainerin (C-Lizenz) und in der Veranstaltungsorganisation tätig. So habe ich die Jubiläumstagung von Seitenwechsel e.V. konzipiert und organisiert, sowie die Dokumentation der ersten Bundesnetzwerktagung der queeren Sportveriene (BuNT 2018) zusammen mit Dr. Josch Hoenes erstellt.
Dazu beschäftige ich mich wissenschaftlich und ehrenamtlich mit Psychiatriekritik und bin Mitherausgeberin der beiden Sammelbände Gegendiagnose I (2015) und II (2019) beim Verlag edition assemblage.

Vorträge / Referenzen:

Dokumentation der ersten Bundesnetzwerktagung der queeren Sportvereine (BuNT 2018)

Im Rahmen der Tagung diskutierten erstmals viele Personen aus Sportorganisationen, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam über queere Belange im Sport. Spannende Fachvorträge und zahlreiche Workshops boten Raum für Austausch und Ideen, wie eine tolerante und respektvolle Sportlandschaft in Deutschland vorangetrieben werden kann.

Feministisch (wett-)kämpfen? - Vortrag oder Workshop zu feministischer Sportkultur

Auf Bäume klettern ist politisch – so hieß es in der feministischen Sport- und Bewegungskultur der 1980er. Was hat es damit auf sich? Was hieß und heißt es konkret, feministisch Sport zu treiben? Wer darf dabei (nicht) mitmachen? Kann (auch Wettkampf-)Sport ohne Leistungsdruck und Konkurrenz gestaltet werden? Und ist es eigentlich politisch korrekt, fit und schlank sein zu wollen?

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Interview mit der TAZ

Corinna Schmechel ist Boxtrainerin und Soziologin. Sie erklärt, was feministischen Sport ausmacht und weshalb er auch für den Leistungssport bedeutsam ist. (November 2018)

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Inklusive Sprache in Forschung und Lehre – Sensibilisierung und Formulierungshilfen

Braucht es BürgerInnenmeister*innenkandidat_innen? Oder ist es nicht dämlich, sich auch in der Sprache beherrschen zu müssen? Im Workshop wird die Bedeutung von Sprache erarbeitet: (Wie) beeinflusst Sprache unser Denken und Handeln, z.B. in Lehrsituationen oder im Berufsalltag? Kann Sprache auch unbeabsichtigt diskriminieren? Und wie kann Sprache bewusst inklusiv gestaltet werden?

Es werden verschiedene aktuelle Empfehlungen hierzu vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Dabei geht es nicht allein um Gender, sondern auch um weitere gesellschaftliche Ungleichheiten und deren Spiegelung im Sprachgebrauch, z.B. durch behindertendiskriminierende Redewendungen. Es geht explizit nicht darum, Regeln von ´richtigem´ und ´falschem´ Sprechen aufzustellen, sondern zu einem eigenverantwortlichen, reflektiereten Umgang mit Sprache.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Das ist doch krank – Psychopathologisierung als Normalisierungsmechanismus

Psychiatrisches Wissen ist ein wesentliches Instrument gesellschaftlicher Normierung; psychiatrische Diagnosen definieren Verhalten und Charaktere als „(un)normal“ und_oder „krank“ und wirken dadurch stigmatisierend und bis zur Zwangsbehandlung hin gewaltvoll. Sie sind ein Werkzeug zur Etablierung und Stabilisierung sozialer Ordnung, und damit u.a. des heteronormativen Zweigeschlechtersystems. Psychopathologisierung – das Erklären von Phänomen als Symptom oder gar Kern eines psychischen Defekts – spielt eine große Rolle in der Geschichte der geschlechtlichen und sexuellen Devianz, wie feministische Analysen der Diagnose „Hysterie“, die Kämpfe um die Entpathologisierung von Homosexualität und aktuell um die von Trans*Menschen zeigen.

Im Vortrag soll ein Einblick in die Funktionsweise des psychiatrischen Systems (Diagnostizierung, Einweisungspraxen etc.) vermittelt und die Verwobenheit psychiatrischen Wissens mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen aufgezeigt werden. Davon ausgehend wird exemplarisch der Blick auf den Faktor Geschlecht im psychiatrischen Diskurs gelegt. Es wird argumentiert, wie psychiatrisches Wissen einerseits stets durch binäres heteronormatives Wissen vorgeformt ist, und aufgezeigt, wo sich dies in psychiatrischen Diagnosen – von „Hysterie“ bis zur „Geschlechtsidentitätsstörung“ – wiederfindet und durch die Pathologisierung von Nonkonformität reproduziert.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch