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Dr. Carolin Küppers

Soziologie, politische Bildung
Meine Vorträge / Referenzen:

„(M)others – Die mediale Verhandlung von Müttern in der Sexarbeit“

Vortrag: Mutterschaft und Sexarbeit scheinen sich aufgrund der konträren gesellschaftlichen Zuschreibungen wechselseitig auszuschließen. Der ‚guten Mutter’ wird uneingeschränkte Fürsorge für ihr(e) Kind(er) und Selbstlosigkeit zugeschrie-ben, die ‚Hure’ steht im gesellschaftlichen Bewusstsein oft symbolisch für ein ‚soziales Problem‘.. Diese stereotypen Vorstellungen sind jeweils in gesellschaftliche Geschlech-terverhältnisse eingelassen und an sozial konstruierte, heteronormative Geschlechtervorstellungen geknüpft. Die Bilder, die über Sexarbeit und Mutterschaft existieren, sind geprägt durch historisch gewachsene (Geschlechter-)Diskurse, die auch in aktuellen Diskursen um Sexarbeit sichtbar werden. Der Vortrag befasst sich mit den ver-schiedenen Subjektpositionen, die Sexarbeiter*innen im medialen Diskurs zugewiesen werden. Als empirisches Material dienen südafrikanische Zeitungsartikel, die im Vorfeld und während der WM 2010 in Südafrika erschie-nen sind. Viele Zuschreibungen sind durchaus anschluss-fähig an westliche Diskurse. Die Anrufung als Mutter dient in diesen medialen Diskursen über Sexarbeit dazu, Sexar-beiter*innen als Teil der Gesellschaft und damit als ‚Eige-ne’ darzustellen. Daraus lassen sich jedoch auch normati-ven Zuschreibung ablesen anhand welcher ‚gute’ Mutter-schaft konstruiert wird.

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Sex als Arbeit?

Vortrag: Das Thema Sexarbeit, also die in der Ausübung, Erduldung und Stimulation von sexuellen Handlungen gegen Entgelt oder andere materielle Güter, ruft in der Regel widersprüchliche Reaktionen hervor und ist von Tabu, Stigma aber auch Sensationslust geprägt. Zwischen voyeuristischer Faszination und moralischer Ablehnung, dem Wunsch ihr zu helfen und dem Versuch sie unsichtbar zu machen, steht Sexarbeit im gesellschaftlichen Bewusstsein oft symbolisch für ein ‚soziales Problem‘ oder ‚notwendiges Übel‘. Sie bedeutet einen Affront gegen gesellschaftliche Normen und Moralvorstellungen und stellt zugleich einen entscheidenden Teil gesellschaftlicher Ökonomien dar. Der Vortrag beleuchtet das Thema Sexarbeit aus verschiedenen Perspektiven. Zunächst geht es darum zu klären, was überhaupt unter Sexarbeit zu verstehen ist und wie das Thema in den letzten 50 Jahren in feministischen Kontexten – teilweise äußerst unversöhnlich –diskutiert wurde. Des Weiteren wird die Frage aufgeworfen inwiefern Sexarbeit in gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlecht eingelassen und Teil der Verhandlung heteronormativer Geschlechterbeziehungen ist. Hier geht es jedoch keinesfalls darum, Sexarbeiter_innen unreflektiert einen Opferstatus zuzusprechen sondern vielmehr darum, zu beleuchten, inwiefern Sexarbeit, ebenso wie andere gesellschaftliche Bereiche von sexistischer Diskriminierung und gesellschaftlichen Ungleichheitsstrukturen durchdrungen ist. So gibt es nicht eine Realität von Sexarbeit, sondern viele Realitäten, in denen ihr freiwillig, aufgrund einer rationalen Evaluation der eigenen ökonomischen Situation oder mangels einer Alternative nachgegangen wird.
Sexarbeit ist dabei nicht isoliert zu betrachten, sondern muss stets als Teil eines ganzen Spektrums von prekarisierter, feminisierter und teilweise migratisierter Arbeit evaluiert werden. Abschließend wird ein Ausblick darauf gegeben, welche aktuellen Bewegungen und Initiativen der Selbstorganisation von Sexarbeiter_innen es gibt und welche politischen Forderungen dem Wohl von Sexarbeiter_innen am ehesten dienlich sind.

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Verbündet werden – verbündet sein!

Workshop: Wie können wir gut und solidarisch zusammenleben und -arbeiten, ohne Ausschlüsse zu produzieren oder gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse zu reproduzieren? Diese Frage ist gerade im Zuge der zunehmenden Sichtbarkeit von Diversität und Diskriminierungserfahrungen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen hochaktuell. Eine Möglichkeit stellt hierfür das Konzept des „Verbündet-Seins“ dar. Verbündete sind Mitglieder einer privilegierten Gruppierung, die sich aktiv solidarisch und unterstützend verhalten, um der Diskriminierung ausgegrenzter Gruppierungen entgegenzuwirken. Im Zentrum steht dabei eine ethisch-politische Haltung, die allen Menschen Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen ermöglichen möchte, ohne dass dies einen direkten eigenen Vorteil verspricht. Die Auseinandersetzung mit Privilegien, im Sinne von zufällig bei der Geburt oder durch den sozialen Zusammenhang erworbenen Ressourcen und Partizipationsmöglichkeiten, ist ein wichtiger Zugang für Verbündete. In diesem Workshop wollen wir uns mit dem Verbündeten-Konzept und unseren jeweiligen Positionierungen in einem Gefüge von Ausgrenzung und Partizipationsmöglichkeiten beschäftigen. Wir wollen uns mit eigenen Diskriminierungserfahrungen aber auch eigenen Privilegierungen auseinandersetzen. Gemeinsam wollen wir weiter denken, wie über eine Haltung des „Verbündet-Seins“ ein inklusives und solidarisches Miteinander gestaltet werden kann.

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Let’s talk about me, love and family – Ein Workshop zu Beziehungsnetzwerken und Wahlverwandtschaften

Workshop: Was wäre meine Traum-Familie? Wie würde_n meine Wunsch-Beziehung_en aussehen? Häufig sind Fragen wie diese von normativen Vorstellungen der ‚romantischen Zweierbeziehung’ überlagert. Auch die Vorstellung der ‚biologischen’ Verwandtschaft als ‚Kern-Familie’ ist ein in unserer Gesellschaft selten hinterfragtes Konzept. Doch – wieso sollten mir meine Tante und mein Bruder automatisch wichtiger sein, als andere Menschen, die mir nahe stehen, nur weil wir verwandt sind? Wieso sollten meine Eltern oder meine Kinder über medizinische Maßnahmen entscheiden und nicht meine beste Freundin? Warum sollte ich nur eine_n einzige_n Partner_in lieben dürfen, wenn es so viele tolle Menschen gibt, die ich attraktiv finde, die mich interessieren und die mich zum lachen bringen? Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns in diesem Workshop auseinandersetzen. Zunächst geht es darum für uns selbst zu überlegen, wie wir Beziehungen leben möchten und wie wir uns Familie wünschen. Des Weiteren werden wir uns aus einer queeren und normativitätskritischen Perspektive mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Beziehungen und Familie beschäftigen und unsere eigenen Bedürfnisse vor dem Kontext gesellschaftlicher Erwartungen reflektieren. Es soll aber keinesfalls darum gehen, heteronormative ‚Mackervorstellungen’ von Polygamie zu rechtfertigen, sondern bei uns selbst genau hinzuschauen und zu diskutieren, welche Hindernisse aber auch welche Möglichkeiten es für jede einzelne gibt, Bedürfnisse, die jenseits der Norm liegen, zu leben.

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Für ein solidarisches Miteinander mit LGBTIQ in der Jugendarbeit

Workshop: LGBTIQ* und Queer? DIE GARANTIE DER RECHTE sexueller und geschlechtlicher Minderheiten hat sich in den letzten Jahren zum Lackmustest für demokratische Gesellschaften entwickelt. Gerade in der Arbeit mit Jugendlichen ist hier eine erhöhte Sensibilität gefragt, wenn ‚Schwul’, ‚Kampflesbe’ und ‚Transe’ als gängige Schimpfwörter in Jugendzentren oder Schulhöfen Verwendung finden.
In diesem Workshop beschäftigen wir uns deshalb mit der Frage, wer von unterschiedlichen Diskriminierungsformen betroffen ist und klären grundlegende Kürzel und Begrifflichkeiten. Wir schauen uns an, wie Homo- und Trans*feindlichkeiten gesellschaftlich wirken und wie sich dies in konkreten pädagogischen Feldern zeigt. Neben Handlungsmöglichkeiten in der Bildungsarbeit bietet die Fortbildung damit auch das nötige Handwerkzeug sich solidarisch zu verhalten.
INHALTE
• Was steckt hinter dem Kürzel LGBTIQ?
• Was bedeuten Homo- und Transfeindlichkeit?
• Konzept „Social Justice“ und „Verbündet-Sein“
• Handlungsmöglichkeiten und konkrete Praxisbeispiele

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Homo- und Trans*feindlichkeit

Workshop: Inzwischen scheint viel in Bewegung gekommen zu sein – bspw. die Verabschiedung des Gleichbehandlungsgesetzes, die Errichtung eines Denkmals für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung in Berlin und der Beschluss, die in den 1950er Jahren nach §175 Verurteilten zu rehabilitieren. Diese Entwicklung führt häufig zu der Annahme, dass lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche und queere Menschen heute in unserer Gesellschaft keine Probleme mehr haben.
Doch es ist wichtig hier nochmals genauer hinzuschauen. Homo- und Trans*feindlichkeit sind in der Gesellschaft nach wie vor vorhanden – in jüngster Zeit auch verstärkt initiiert durch die AfD und Pegida. ‚Schwul’, ‚Kampflesbe’ und ‚Transe’ sind nach wie vor gängige Schimpfwörter auf Schulhöfen und anderswo.
In diesem Workshop beschäftigen wir uns zunächst damit, wer von Homo- und Trans*feindlichkeit betroffen ist und klären grundlegende Begrifflichkeiten – bspw. was sich hinter dem * verbirgt. Wir schauen uns an, wie Homo- und Trans*feindlichkeiten gesellschaftlich wirken und welche Ängste die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten hervorzurufen scheint. Abschließend setzen wir uns mit Handlungsmöglichkeiten auseinander, wie wir Homo- und Trans*feindlichkeit entgegen wirken können.

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Bildungsarbeit an der Schnittstelle von LSBTIQ und Flucht/Migration/Asyl

Workshop mit Gabriele Fischer: Geschlechtsspezifische Verfolgung ist in Deutschland seit 2005 ein
anerkannter Asylgrund. In medialen und politischen Debatten tauchen lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Geflüchtete (kurz LSBTIQ) jedoch kaum auf. Auch in der Unterstützungsarbeit dominiert die
Annahme, alle Geflüchteten seien heterosexuell.
In unserem Workshop setzen wir uns damit auseinander, was LSBTIQ im Kontext von Flucht und Migration bedeutet und welche Herausforderungen sich daraus für die soziale/pädagogische Arbeit ergeben. Wir stellen Ansatzpunkte für Bildungs- und Unterstützungsarbeit vor und geben abschließend Hinweise zu Möglichkeiten der Vernetzung und Selbstorganisation LSBTIQ Geflüchteter.

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Social Justice Training Homophobie/Queer

Workshop im Rahmen von Offene Hochschule Hannover „Bildung PRO Demokratie - Umgang mit Diversität, Rassismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“

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