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Larissa Schober

Erinnerungskultur
Meine Webseite/Blog:

https://www.iz3w.org/

Meine Themen:

peacebuilding jugoslawien krieg und frieden holocaust minderheitenrechte erinnerungskultur feminismus politik balkan bosnien

Meine Sprache/n:

Deutsch Englisch

Meine Stadt:

Freiburg

Mein Land:

Deutschland

Meine Biografie:

Ich bin seit 2017 Redakteurin bei der süd-nordpolitischen Zeitschrift iz3w. Davor habe ich als Dozentin für Internationale Beziehungen am University College Freiburg und in verschiedenen Bildungsprojekten gearbeitet.

Ausgebildet bin ich als Politkwisschaftlerin und Historikerin und habe einen Master Abschluss vom King's College in London zu "Conflict Resolution in Divided Societies".

Meine Feldforschungen haben mich bisher nach Bosnien und Herzegowina, Israel, Serbien, Kosovo, Mazedonien und in den USA geführt. Ich schreibe regelmäßig für deutschsprachige Medien und habe im Sammelband "Feministisch Streiten" zum Verhältnis von Sexismus und Rassismus publiziert.

Meine Vorträge / Referenzen:

Buchvorstellung Feministisch Streiten

„Feministisch streiten“ versammelt Thesen und Utopien eines Feminismus, der sich zwischen leidenschaftlicher Identitätspolitik und einer vernünftigen Gesellschaftskritik im Sinne der Aufklärung bewegt. Dabei deckt der Sammelband eine ganze Bandbreite von feministischen (Streit-)Fragen ab: Es geht um Sexualität und Sozialisation, Lohnarbeit und Kapitalismuskritik, Sprachregelungen und „Intersektionalität“. Herausgeberin Koschka Linkerhand und Autorin Larissa Schober stellen die Texte des Sammelbandes vor und laden zur Diskussion ein.

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Erinnern um zu Vergessen: Erinnerungskultur zwischen Aufarbeitung und Instrumentalisierung

Erinnerungskultur hat Hochkonjunktur – Kulturwissenschaftler*innen diagnostizieren seit den 1990er Jahren einen sogenannten «Memory Boom». Damit einher geht auch eine kritischere Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Das hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass «Erinnern» häufig als etwas per se Positives verstanden wird. Doch hier ist ein kritischer Blick angebracht. In Freiburg hat zuletzt die Debatte um den Gedenkbrunnen auf dem Platz der alten Synagoge gezeigt, welche Fallstricke auch eine gute gemeinte Erinnerungskultur mit sich bringt.

Auch im Zuge dieser Debatte kamen Fragen auf, die sich im Umgang mit der Vergangenheit stets stellen, die aber häufig nicht explizit artikuliert werden: Was genau bedeutet Erinnern eigentlich? Wer erinnert was und zu welchem Zweck? Und was wird bewusst «vergessen»? Mit der Planung eines NS-Dokumentationszentrum in Freiburg sollten diese Fragen unbedingt gestellt werden.

Der Vortrag führt daher in theoretische Aspekte der Erinnerungsforschung ein, die für die Praxis relevant sind. Es wird unter anderem darum gehen, welche Funktion kollektive Erinnerung für ganze Gesellschaften, aber auch für einzelne Opfergruppen hat, wie Vergangenheitsvermittlung didaktisch funktioniert und wo Probleme liegen – von der Reproduktion von Täter*innenblicken bis hin zur Instrumentalisierung von Gedenken. Auf dieser Basis werden an konkreten Beispielen – vom Platz der alten Synagoge bis zum Holocaust Museum in Washington – gelungene und weniger gelungene Erinnerungsorte diskutiert.

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Der Zerfall Jugoslawiens

„Ich regiere ein Land mit zwei Alphabeten, drei Sprachen, vier Religionen und fünf Nationalitäten, die in sechs Republiken leben“ so Josef Broz Tito über den sogenannten ‚Vielvölkerstaat‘ Jugoslawien. Seit 1991 existiert dieses Land nicht mehr. Diverse Konflikte, die häufig unter dem Begriff ‚Jugoslawienkriege‘ summiert werden, gestalteten die Landkarte des westlichen Balkans neu. Dabei kam es zu sogenannten ethnischen Säuberungen, Konzentrationslager wurden errichtet und Millionen Menschen waren auf der Flucht. Seinen blutigen Höhepunkt erreichte der Krieg 1995 mit dem Genozid von Srebrenica, dem etwa 8000 bosniakische Männer unter den Augen der UN zum Opfer fielen. Trotz ihrer Brutalität und den massiven politischen Folgen scheinen die Jugoslawienkriege heute in Westeuropa in Vergessenheit geraten zu sein. Dabei leiden die meisten Nachfolgestaaten Jugoslawiens noch immer sowohl unter den ökonomischen als ideologischen Folgen der Kriege. Viele Konflikte in der Region sind nur oberflächlich befriedet und könnten erneut ausbrechen. Egal ob im Kosovo, Bosnien und Herzegowina oder in Mazedonien – die aktuellen Konflikte können nicht ohne Bezug zu den Zerfallskriegen begriffen werden. Der Vortrag wird sich daher nach einem kurzen einführenden Überblick zur Geschichte Jugoslawiens ausführlich mit dem Zerfalls des Landes beschäftigen. Dabei werden soziale, politische und ökonomische Entwicklungen beleuchtet, die das Auseinanderbrechen begünstigt haben. Abschließend wird ein kurzer Blick auf die heutige Situation in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens geworfen.

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»Die Ethnisierung des Sozialen« Wochenendworkshop zu den jugoslawischen Zerfallskriegen

Im Jahr 1999 führte die Bundesrepublik Deutschland zum ersten mal seit 1945 wieder Krieg – im Verbund mit der NATO wurde Jugoslawien bombardiert und eine Teilung in Einzelstaaten forciert. Dem vorangegangen waren immer wieder aufflammende Bürgerkriege in Jugoslawien seit 1991. Die Vorgänge während der jugoslawischen Zerfallskriege und des Kosovo-Krieges 1999 sind kleinteilig und kompliziert. Eine linke geschichtspolitische Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen macht oft halt vor deren Komplexität. Wir wollen im Workshop versuchen, uns den Vorgängen in den jugoslawischen Zerfallskriegen (1991-1999) anzunähern und uns gemeinsam ein Verständnis zu erarbeiten. Dabei wollen wir folgenden Fragen nachgehen: Inwiefern bargen die politischen und sozialen Widersprüche des sozialistischen Jugoslawien Konfliktkonstellationen, die schließlich auch zu Separationsbewegungen führten? Welche Rolle haben dabei außenpolitische und innenpolitische Faktoren, aber auch die Einflusssphären von Ost und West gespielt? Warum wurden ethnische Bezugspunkte in diesen Konflikten so stark? Welche Konfliktparteien waren daran mit welchen Interessen beteiligt? Der Workshop soll auch eine Kritik des Nationalismus beinhalten und der Frage nachgehen, warum und in welcher Weise sich soziale Konflikte in nationalistische Kämpfe und ethnische Zuschreibungen übersetzen.

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Bosnien und Herzegowina 20 Jahre nach Dayton – vom "failed state" zum sicheren Herkunftsland?

Im Dezember 1995 beendete das Friedensabkommen von Dayton den Bosnien-Krieg. Damit verschwand der wohl blutigste Konfl ikt auf europäischem Boden seit dem zweiten Weltkrieg langsam aber sicher aus dem europäischen Bewusstsein. 2015 wurde Bosnien und Herzegowina von der Bundesregierung zum sicheren Herkunftsland erklärt. Wirft man einen Blick auf die Lage vor Ort, erscheint das Land jedoch alles andere als 'sicher'. Weit verbreitete Korruption, eine instabile staatliche Struktur und der Ausschluss von Minderhei-ten aus dem politischen Entscheidungsprozess ver-hindern seit Jahren einen Fortschritt in den Beitrittver-handlungen mit der EU. Gleichzeitig nehmen die EU und EUFOR starken Einfl uss auf die lokale Politik, ohne rechtsstaatliche Verbesserungen zu erzielen. Der Vor-trag gibt einen Überblick über die komplexe rechtliche und politische Lage in Bosnien und Herzegowina

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Westbalkanstaaten. Zur Situation vor Ort und den Migrationsbewegungen nach Deutschland

Seit Ende 2015 gelten sämtliche Länder des Westbalkans im deutschen Asylrecht als sichere Herkunftsstaaten. Dennoch sind die Antragszahlen aus diesen Ländern weiterhin hoch. Bis heute ist die Region von den Folgen der Zerfallskriege Jugoslawiens geprägt – Kriegsschäden, instabile staatliche Strukturen und Misstrauen gegenüber Minderheiten gehören zum Alltag. Nach einem kurzen historischen Überblick zu den Kriegen, welche in den 1990er Jahren eine erste große Fluchtbewegung aus der Region nach Westeuropa ausgelöst haben, wird sich der Vortrag auf die aktuelle Situation in den Ländern Ex-Jugoslawiens konzentrieren. Die gesamte Region hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, dennoch gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. So sind in Kosovo und Bosnien und Herzegowina noch immer internationale Missionen im Einsatz, während Montenegro und Serbien bereits Beitrittsverhandlungen mit der EU aufgenommen haben. Mazedonien wiederum wird gerade von heftigen Protesten gegen die Regierung erschüttert. Ein besonderes Augenmerk des Vortrages wird zudem auf der Situation von Minderheiten liegen, die in allen Ländern der Region prekär ist und sich auch in den Asylantragszahlen in Deutschland widerspiegelt.

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