Dr. Jana Günther

Social Scientist


Main focus: Social Movements and Protest

Languages: German, English, Russian

City: Darmstadt, Berlin, and Dresden

Country: Germany

Topics: women's movement, women's labour movement, war studies, votes for women, feminism & trade unions, protest, women worker, trade unions

Services: Talk, Moderation, Workshop management, Interview

  Willing to travel for an event.

  Willing to talk for nonprofit.

Bio:

Jana Günther studied and received her doctorate at the Humboldt University of Berlin. She is editor of the journal Femina Politica. She is practically active in social work, trade union education and workers interest representation. She voluntarily supports the work of the women's education centre in Dresden as a board member.

In her professional life she is a substitute professor for sociological basics of social work at the University of Applied Sciences Darmstadt.

Examples of previous talks / appearances:

Solidaritäten, Brüche und Kontinuitäten - Frauen in der Gewerkschaftsarbeit

Gewerkschafterinnen waren die Trägerinnen der Organisation der Arbeiterinnen und wichtige Akteurinnen in der Frauenbewegung. Als Arbeiterinnen und Frauen war ihre Rolle in beiden Bewegungen - der Frauenbewegung und der Arbeiter_innenbewegung - immer eine ambivalente, in der sie andere Wege beschreiten, alte Bündnisse aufgeben, neue Solidaritäten aufbauen und immer wieder ihre Organisationsfähigkeit unter Beweis stellen mussten. Der Vortrag bildet punktuell die Geschichte der europäischen Arbeiterinnen- und Gewerkschafterinnenbewegung ab und wagt einen kursorischen Blick in die Zukunft.

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Feminismus von Ost?

Die Geschichte ostdeutscher Frauen- und Familienverhältnisse, der sozialen Praxen vor und nach der 'Wendezeit' sowie die vielfältige Geschichte der Sub- und Bewegungskulturen, die auch von Frauen getragen wurden, ist eine wenig erzählte. Dies verdeckt nicht nur die Lebensrealität von Frauen in der DDR mit ihrem verordnetem paternalistischem 'Staatsfeminismus' , die Gründe für die Irritationen zwischen westdeutschen und ostdeutschen Frauen nach der Wende, sondern auch die Leistungen progressiver und engagierter Frauen, die in den 1990er Jahren am Aufbau zivilgesellschaftlicher Organisationen beteiligt waren.

This talk is in: German
Fragile Solidaritäten

Aus der Ankündigung:

"Feminismen, feministische Politik(en) und Frauenbewegungen streb(t)en nach kollektivem Handeln und gemeinsamen Zielen. Sie gelten als die Fürsprecherinnen eines zu erkämpfenden sozialen Wandels im Sinne einer Gleichberechtigung der Geschlechter. Doch auch im Feld der Frauen- und Geschlechterbewegungen - oft entgegen dem eigenen Anspruch - finden sich Machtverhältnisse, Hierarchien, soziale Ungleichheit(en) und Ausschlüsse. Gerade Identitätspolitiken bewirk(t)en in Frauen- und Geschlechterbewegungen immer wieder soziale Sprengkraft und manchmal unüberbrückbare Konflikte, die von Ausschlüssen, Diskriminierungen und Bildern hegemonialer Geschlechtervorstellungen gezeichnet waren und bis heute sind.

Doch gerade diese Konflikte und Brüche sind zugleich ein wichtiger und produktiver Teil der Frauen- und Geschlechterbewegungsgeschichte. Erst sie ermöglich(t)en es, innerhalb des Protestspektrums neue Inhalte auszuhandeln, andere Ziele zu formulieren, neue Organisationsformen zu etablieren und verschiedenste Solidarisierungen hervorzurufen.

Gemeinsam wollen wir uns anhand von Beispielen aus der Frauen- und Geschlechterbewegungsgeschichte mit der Frage beschäftigen, inwieweit Konflikte und die Fähigkeit zur Solidarität eigentlich zusammen gehören? Sind sie vor allem destruktiv, oder liefern sie zugleich auch wichtige Impulse zur Entwicklung neuer Ziele und feministischer Utopien?"

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"Weiblich, ostdeutsch, rechts?" Sozialstrukturelle Perspektiven auf rechte Mobilisierungsstrategien

Der Überblicksvortrag macht insbesondere auf ostdeutsche Spezifika aufmerksam und stellt einen Zusammenhang zwischen sozialstruktureller sowie demografischer Besonderheiten auf dem ehemaligen Staatsgebiet der DDR und spezifischen Wähler_innenverhalten her. Dabei werden die Bundesprogramme zur Erhaltung von Demokratie und deren spezifische Entwicklung seit den 1990ern ebenso vorgestellt, wie aktuelle kriminalstatistische Daten und Ergebnisse aus Verfassungsschutzberichten.

This talk is in: German
Feminismus 4.0! Radikal-, Liberal-, Post-, Queer-, Gaga-.... Feminismus... Geschichte feministischer Ideen und Bewegungen seit den 80er Jahren

Die Anzahl der sogen. "Bindestrich-Feminismen" bzw. 'attributiven' Feminismen hat in den letzten Jahrzehnten noch weiter zugenommen. Dies zeigt zweierlei: Erstens haben wir es mittlerweile mit einer schon fast unübersichtlichen Anzahl an theoretischen Zugängen, Denkweisen sowie politischen Praxen zu tun, zweitens zeigt diese Entwicklung aber eben auch die Vielfalt und den Ideenreichtum innerhalb einer postmodernen Welle des Feminismus. Der Vortrag gibt kursorisch einen Überblick über feministische Ideen im wissenschaftlichen Diskurs sowie den sozialen Bewegungen seit der 1980er Jahre.

This talk is in: German
Fragile Solidaritäten. Klasse und Geschlecht in der britischen und deutschen Frauenbewegung.

Konflikte und Solidaritäten in heterogenen sozialen Bewegungen sind nicht alleinig ein aktuelles Phänomen. Auch die sogenannte erste Welle der Frauenbewegung kann auf einer intersektionalen Folie als ein relational vermachteter Raum betrachtet werden, in welchem die Geschlechter- und die Klassenfrage diskursiv verhandelt wurde und sich diese in sozialen Praxen der Protestmobilisierung widerspiegeln. An der Geschichte der deutschen und der britischen Frauenbewegung lässt sich empirisch zeigen, dass Konflikte, Brüche und strategische Bündnisse bedeutende und teilweise auch bewusst erzeugte Mobilisierungsfaktoren in der Frauenbewegung waren, die sich einerseits in Ausschlüssen, hegemonialen Geschlechtervorstellungen und auch der Legitimation der Klassenspaltung ausdrückten und anderseits aber auch neue Formen solidarischen Handelns, neue Koalitionen und politische Zielsetzungen hervorbrachten.

This talk is in: German
’Mit stillem Neid erfüllt’? The controversial Impact of the British Suffragettes Movements on Germans Women's Movements' Activists

Despite a very oppressive law and order policy against political activism of women and socialists in the Kaiserreich, the German women’s movement flourished. Furthermore, those conditions caused a momentous split between working and middle class activists. The roots of this conflict lay in the suppression of the revolutionary movements of 1848 and the later socio-economic developments regarding industrialisation and urbanisation. The government of the German Union created a political climate of strong oppression of all further processes of democratisation. This resulted in less solidarity between bourgeois and proletarian women.
Ethel Snowden described the situation for British women as “more fortunate” than for German women. Or as German contemporary feminist Eliza Ichenhaeuser stated: “the conditions of the country, in which blind conservatism hates everything new and every step towards a cultural development, especially when it concerns women” (Ichenhaeuser 1898: 87). This explains why mobilisation in Germany was more guarded and careful and tended to be oriented towards social reforms. Contrary to the movements in UK and USA, women’s suffrage was not a prime concern in Germany but was instead considered a longterm goal.
This put women in a delicate situation, and the “strong pressure” in the Restoration period and a “weak liberalism” affected the movement. However, it did not diminish feminist activities and work for women’s liberation despite deep-rooted ideological conflicts between different organisations and networks. These differences shaped the opinions on the militant activism in Britain. Proletarian, radical, and bourgeois activists had different thoughts and ideas how the Suffragette movement could influence strategies of the German movement and governmental politics in general.

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„Fragile Solidarity” – Relations between gender and class issues as factor of mobilization in early feminist movements

“Votes for Women” was one of the most important demands in early European Women’s Movements, advancing to a powerful image of women’s liberation. In the wake of the political transformation after the French Revolution visionary thinkers of the European Enlightenment – like Olympe de Gouges, Mary Wollstonecraft or Gottfried Hippel – had pointed out the scandalous exclusion of women from civil rights in Europe. Soon after, political activists mobilized for women’s emancipation and equal political rights. For many feminists, women’s suffrage symbolised the full recognition of citizenship for women as members of the state with all rights and obligations. This idea of political participation relates to a strong narrative tradition of historical women’s movements in different European countries. Furthermore, women’s suffrage was an important issue for processes of democratisation, state-building and the rise of liberalism in general.
However, a deeper historical and empirical enquiry into the relations of the (early) Women’s movement shows some limits of this universal idea: Not only was the claim for ‘the Vote’ addressed to patriarchal national sys-tems which systematically excluded women from the public sphere of political affairs, but it was itself a battlefield of unequal power distributions. In many national movements, main organizations and important leaders of the suffrage campaign demanded only a limited vote to the same conditions as men. That demand did not include working class women and it ignored the exclusion of working class men from suffrage. This discrepancy forced heated debates at international gatherings of Women’s Movement Organizations.
A comparison of the German and the British Women’s Movement offers insights into the deep impact of gender and class relations on the struggle for the vote in different political environments.

This talk is in: English
Militanter Feminismus und Suffragettenbewegung

Das Bild der streitbaren Suffragette hat sich in Großbritannien und den USA nachhaltig in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben. Mit ihrem aufsehenerregenden Kampf um das Frauenstimmrecht erlangte die britische Suffragettenbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts internationale Bekanntheit und war vielen anderen Frauenbewegungen weltweit Vorbild.

Ihre Aufsehen erregenden Demonstrationen, Akte zivilen Ungehorsams sowie die Zerstörung öffentlichen und privaten Eigentums gab aber auch Anlass zu Kritik. Die Protestformen der Suffragetten kollidierten schließlich radikal mit den rigiden Geschlechternormen jener Ära. Der Vortrag zeichnet die Entwicklung und die Radikalisierung dieses militanten Teils der historischen Frauenbewegung nach.

This talk is in: German
Democratisation and Citizenship. Goals and Strategies of historical Women’s Movements

International Conference “Gender and the State. 100 years of the fight for equality in Central-Eastern Europe”, Institute of History, Polish Academy of Sciences, Universytet Warszawski

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Die politische Inszenierung der Suffragetten in England

Die Suffragetten – zwischen permanentem Spektakel und Kreuzzug. Nach der Jahrhundertwende avancierten die militanten Frauenrechtlerinnen Großbritanniens – die Suffragetten – zu Galionsfiguren der modernen politischen Inszenierung. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte dabei ihre strategische Bildpolitik. Zahlreiche Fotografien, Symbole und Insignien belegen die vielfältigen Visualisierungsakte. Die Suffragetten übernahmen Teile des Aktionsrepertoires der Arbeiterbewegung und erprobten darüber hinaus neue spektakuläre Akte kollektiven zivilen Ungehorsams wie das Anketten vor parlamentarischen Gebäuden, Hungerstreiks und Störaktionen, um ihr Anliegen in der Öffentlichkeit medienwirksam zu platzieren. Sie erfanden neue ikonografische Stilmittel und erreichten durch die Reproduktionen ihrer Flyer, Postkarten und Fotografien eine Sichtbarkeit ihres Protestes weit über die Landesgrenzen hinaus. Da ihre Politikform und ihr Erscheinungsbild nicht den gängigen Vorstellungen von sittsamen Frauen entsprachen, wurden sie in der Öffentlichkeit oft satirisch bis zynisch dargestellt. Das rigorose Vorgehen der Ordnungsmacht und die Ignoranz der politischen Mehrheit führten zu einer weiteren Radikalisierung. „Öffentlichkeit um jeden Preis“ schien sich zum politischen Programm zu entwickeln. Dabei schreckten die Suffragetten auch vor militanten Aktionen nicht zurück.

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Solidarität kennt keine Grenzen

Aus der Ankündigung des Frauenstadtarchivs Dresden:

"Eine Schwulen- und Lesbengruppe aus London beschließt bei der Gay Pride Demo 1984, unter dem Namen „Lesben und Schwule für Bergarbeiter“ Spenden für die Familien streikender Bergleute zu sammeln.

Nach anfänglichen Absagen aufgrund von Vorurteilen seitens der Gewerkschaft sucht die Gruppe auf eigene Faust einen Ort, den sie unterstützen kann. Das kleine walisische Bergarbeiterdorf Onllwyn lässt sich auf ein Treffen ein. Die ungewöhnliche Konstellation sorgt für Irritationen auf beiden Seiten: Eine Feel-Good-Komödie nach einer außergewöhnlichen wahren Begebenheit.

Zuvor spricht die Sozialwissenschaftlerin Dr. Jana Günther zum Thema „Solidarität kennt keine Grenzen“. Dabei geht es um Fragen, die auch heute noch bewegen: Wie können verschiedene Protestgruppen mit – zumindest kurzfristig gesehen – unterschiedlichen Zielen zusammenarbeiten? Wie kann sich Solidarität und gemeinsamer Widerstand gestalten? Was sind grundsätzliche Pfeiler einer toleranten und solidarischen Gesellschaft?

Die Filmvorführung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Gleichstellungsbeauftragten, des Frauenstadtarchivs, des sowieso Frauen für Frauen e. V., des Landesfrauenrat Sachsen e. V. und der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der TU Dresden im Rahmen der Filmreihe „Voices of Change“ und dem Christopher Street Day Dresden 2018, gefördert durch das Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration sowie die Landeshauptstadt Dresden."

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Fair prekär? Transformationen in der Sozial- und Arbeitspolitik

Die Gastvorlesung nimmt die Geschichte der Sozialpolitik in der BRD und der DDR in den Blick und beschreibt deren Transformation und Neujusitierung nach dem Wendeprozess und durch den Wandel der Erwerbsarbeitssphäre.

This talk is in: German
Die Galionsfigur der Suffragetten: Emmeline Pankhurst - politisch, heroisch, militant

Vortrag bei einer Soirée im Literaturzentrum Nord in Nürnberg

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Die Suffragetten – Zwischen permanentem Spektakel, zivilem Ungehorsam und militantem Kreuzzug

Nach der Jahrhundertwende avancierten die militanten Frauenwahlrechtlerinnen Großbritanniens - die Suffragetten - zu Galionsfiguren moderner politischer Inszenierungsformen. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte dabei ihre strategischeBildpolitik. Zahlreiche Fotografien, Symbole und Insignien belegen die vielfältigen Visualisierungsakte. Die Suffragetten übernahmen Teile des Aktionsrepertoires der Arbeiterbewegung und erprobten neue, spektakuläre Akte kollektiven zivilen Ungehorsams, wie Anketten vor parlamentarischen Gebäuden, Hungerstreiks und Störungsaktionen, um ihr Anliegen in der Öffentlichkeit medienwirksam zu platzieren. Der Vortrag wird einen Überblick über Ziele, Struktur und Aktionsformen der Suffragetten geben.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Freiburg im Rahmen des Weltfrauentages

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