Susann Kabisch


Main focus: Philosophy and theatre

Languages: German, English, French, Dutch, Latin

City: Munich, Berlin, Nijmegen (NL)

Country: Germany

Bio:

EDUCATION
BA Philosophy-Arts-Media (Philosophie-Künste-Medien), Universität Hildesheim; grade: 1,0
Certificate Art and Society (Kunst und Gesellschaft), Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst, University of Salzburg and Mozarteum
MA Philosophy-Arts-Media (Philosophie-Künste-Medien), Universität Hildesheim (with a semester at Radboud Universiteit Nijmegen); grade: 1,0
PhD Philosophy and Catholic Theology: University of Hildesheim / Radboud University Nijmegen

FUNDING AND AFFILITATIONS
01/2012-09/2012 Deutschlandstipendium
10/2012-12/2013 Scholarship: Studienstiftung des deutschen Volkes
10/2015-09/2018 PhD Scholarship: Gerda Henkel Stiftung
since 06/2017 Fellow of the Titus Brandsma Institute

PROFESSIONAL EXPERIENCE
03/2011-08/2011 Student assistant at the Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst, University of Salzburg and Mozarteum
10/2011-09/2013 Student assistant at the Institute of Philosophy, University of Hildesheim
10/2013-09/2015 Research assistant at the Institute of Philosophy, University of Hildesheim
since 04/2016 Moderator of the Philosophische Salon Lamspringe
since 08/2016 Organisation of the public philosophical series: ImPuls. Gespräche am Domhof (in cooperation with the library of the diocese Hildesheim)

TEACHING EXPERIENCE
09/2013-03/14 Nikolaus von Kues: De visione Dei / Vom Sehen Gottes
04/2014-09/2015 Philosophische Hochschuldidaktik
09/2014-03/2015 Kunst als Transformationsgeschehen
04/2015-09/2015 Mystik, Messianismus, Politik bei Walter Benjamin, Michel de Certeau und Jacques Derrida
04/2015-09/2015 Vermittlung der Kunst

RESEARCH EXPERIENCE PhD research: Gott und Mensch in Szene gesetzt. Idiota de mente und De visione Dei als zwei der philosophischen Inszenierungen des Nikolaus von Kues. Main authors: Nichols of Cusa, Michel de Certeau, Thomas a Kempis

CONFERENCE AND WORKSHOP ORGANISATION
Ludus notionum. Das Spiel der Begriffe. Mit Nikolaus von Kues auf der Jagd nach dem treffenden Wort. Universität Hildesheim. 19.-22.06.2014 (together with Prof. Dr. Tilman Borsche).
Artikulationsformen des Denkens. Universität Hildesheim. 06.-07.02.2015 (together with Prof. Dr. Tilman Borsche).
Naturphilosophie nach dem Ende der Natur? Cusanus Hochschule Bernkastel-Kues. 30.04.04.05.2018 (together with Sophie Asam, Carmen Nik Nafs, Prof. Dr. Harald Schwaetzer).
Vocalising the Ineffable: Language and Creativity in Nicholas of Cusa. 8th Conference of Young Scholars Working on Nicholas of Cusa. Sep 27-30, 2018, Hildesheim (together with Johanna Hueck and Christian Kny)

Examples of previous talks / appearances:

Mystik und Politik

Mystik wird oft verbunden mit einer Augenblicklichkeit individueller Erfahrung. Aber kann dies alles sein, wird nicht der Begriff und der Anspruch von Mystik ad absurdum geführt, wenn sie minimiert wird auf Momente, die ohne Strahlkraft und ohne Folgen bleiben?

Inszenierung der Wahrheit? Ist zu Faken erkenntnisträchtiger, als die Wahrheit einfach zu sagen?

Warum kann man die Wahrheit nicht einfach sagen? Ist Darstellung schon eine Form der Erkenntnis, gilt noch oder jetzt erst recht „ut pittura poiesis“ der Humanisten?

Action Teaching mit Susann Kabisch, Benjamin Leven und Bazon Brock

Seel-Sorge

Haben wir Menschen eine Seele und wenn ja, wie können wir sie beschreiben?
Ist die Seele unabhängig vom Körper oder sogar unsterblich?
Oder ist sie nur eine bestimmte Weise der Organisation körperlicher Prozesse?
Sollten wir vielleicht sogar ganz darauf verzichten von einer Seele zu sprechen?

Gott und die Welt in Szene gesetzt

Die vielen methodischen Bemerkungen, mit denen Nikolaus von Kues (1401–1464) innerhalb seiner Schriften deren Vorgehensweise reflektiert, offenbaren seine Aufmerksamkeit für die Prozesshaftigkeit und Situationsgebundenheit des menschlichen Denkens. Cusanus begreift Erkennen als eine Praxis. In Entsprechung dazu setzen seine Texte den individuellen Mitvollzug der Adressaten voraus und regen dazu an. Die verschiedenen Aspekte der cusanischen Schreibpraxis laufen zusammen im Begriff der Inszenierung. Dieser findet sich nicht bei Cusanus selbst, er kann aber einen neuen Blick auf die Besonderheit wie den inneren Zusammenhang seines Werkes eröffnen und zudem dessen Aktualität hervortreten lassen. Anhand einer Cusanus-Lektüre unter dem Blickwinkel eines neuen Begriffs der Inszenierung erweist sich darüber hinaus dessen Potential als ein Schlüsselbegriff philosophischer Lektürepraxis.

"... und der nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach." Text und Bild als Gelegenheit zur Einübung in die Nachfolge Christi bei Nikolaus von Kues und Jan van Eyck

Nikolaus von Kues (1401-1464) evoziert in vielen seiner Texte konkrete Szenarien, die das Vorstellungsvermögen der Leser herausfordern und zum eigenen Nachvollzug der diskutierten Gedanken anregen. So endet der Dialog Idiota de mente / Der Laie über den Geist (1450) mit dem Bekenntnis einer der Figuren über die aus der (Gesprächs-)Erfahrung gewonnene Einsicht in die Natur des Geistes - und der impliziten Aufforderung an die Leser, dieses Bekenntnis selbst zu vollziehen. De visione Dei / Vom Sehen Gottes (1453) inszeniert eine kollektive Betrachtungsübung vor einer Ikone, in deren Verlauf die Teilnehmer einander über ihre jeweiligen Seh-Erfahrungen Bekenntnis ablegen. Etwas Ähnliches geschieht in den Werken der flämischen Malerei, unter anderem bei Jan van Eyck (1390-1441). Dessen Arnolfini-Porträt(1434)lässt sich beispielhaft zugleich als gemaltes Traktat und als visuelles Narrativ verstehen, das dem Betrachter einen Ort im Bild zuweist und ihn so in das dargestellte Geschehene inbezieht.
Im Hintergrund für beide, Cusanus und van Eyck, steht die Frömmigkeitsbewegung der Devotio moderna mit ihrem Ideal der imitatio Christi als konkretes individuelles Tun im täglichen Leben.

Gerechtigkeit und Macht: Ashoka und Derrida

Dieser Vortrag beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Gerechtigkeit und Macht. Anhand des Beispiels des altindischen Herrschers Ashoka werden die Überlegungen des Philosophen Jacques Derrida in Szene gesetzt.

Inszenierte Wahrheit

Evident ist eine Aussage, an deren Wahrheit ich nicht zweifeln kann, d.h. eine Aussage, deren Wahrheit sich so unmittelbar zeigt und die so unvermeidlich einleuchtet, dass ich nicht fähig bin, sie ernsthaft in Frage zu stellen. Das Prädikat der Evidenz betrifft den Status der Wahrheit des jeweils Ausgesagten. Wenn etwas als evident wahrgenommen wird, dann impliziert das die entsprechende Gewissheit der Wahrheit im Bewusstsein. Umgekehrt gilt aber nicht, dass ich alles, was mir gewiss ist, für evident halte. Gewissheiten einerseits und Evidenzen andererseits sind auch heute noch Ausgangs- und Zielpunkte unserer Wahrheitssuche in den Wissenschaften, wenn auch nicht mehr vor dem Hintergrund einer Cartesischen Einheitswissenschaft, sondern unter dem englischen Namen »evidence« im Rahmen empirischer Forschungswissenschaften.
Doch wie finden und wie bestimmen wir Evidenzen? Wie erzeugen wir Evidenzen und wie teilen wir sie mit? Offensichtlich wird die Evidenz einer Aussage auf verschiedenen Wegen, in verschiedenen Darstellungsformen generiert. Dabei erweist sich Evidenz, was ihre Gegenstände betrifft, als irreduzibel vielgestaltig. Unabsehbar viele Aussagen treten als Kandidaten für das Prädikat der Evidenz in Erscheinung. Evidenzen sind immer historisch, immer kontextuell, immer durch anderes Denken vermittelt.
Die Vortragsreihe des Philosophischen Kolloquiums stellt den ReferentInnen die Aufgabe, in unterschiedlichen Feldern des Denkens exemplarisch zu zeigen, dass und auf welchen Wegen und in welchen Formen Evidenz erzeugt worden ist, folglich erzeugt werden kann, und wie diese Weisen, Evidenz zu erzeugen, unser jeweiliges Welt-, Selbst- und Fremdverhältnis leiten, gestalten und modifizieren.

Nikolaus von Kues‘ Inszenierung des Dialogs Idiota de mente

Ausgehend von den Anweisungen im Vorwort zu De visione Dei lässt sich im Anschluss an die Cusanus-Lektüre von Michel de Certeau das cusanische Schreiben als ein Inszenieren verstehen, wobei bestimmte Elemente eines spezifisch cusanischen Inszenierens sich in verschiedener Deutlichkeit auch in seinen anderen Schriften aufweisen lassen. In meinem Beitrag möchte ich untersuchen, inwiefern die Texten des Kusaners einen Erfahrungsraum in Szene setzen. In der Konzentration auf Idiota de mente möchte ich einen möglichen Erfahrungsweg eines Lesers nachzeichnen. Dabei kann die Figur des Redners als Vertreter für die Position des Lesers gedeutet werden. Wie es der Redner am Ende bekennt, so soll auch der Leser am Ende seiner Lektüre feststellen, dass das denkende Nachvollziehen des gelesenen Textes für ihn zu einer Erfahrung geworden ist.

Positionen im Sprach-Raum. Die volkssprachlichen Text-Tafeln der Legationsreise des Nicolaus Cusanus und die Inszenierung von De visione Dei

Nachdenken über Sprache mit Nicolaus Cusanus bewegt sich in einem Spannungsfeld: Einerseits gilt ihm nicht nur das Absolute als in seinem Wesen unaussprechlich, so dass Sprache sich stets mit den eigenen Grenzen konfrontiert sieht. Andererseits ist Sprache der Modus menschlicher Artikulation und Kommunikation – trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten müssen Menschen sprechen, wenn sie sich mit anderen Menschen verständigen wollen. Der Umgang mit dieser Problemlage ist Cusanus zufolge von Kreativität gekennzeichnet: Menschen setzen sie ein in ihrem Bemühen, sich Unaussprechlichem sprachlich anzunähern. Sprache ist für Cusanus deshalb Untersuchungsgegenstand, epistemologisches Instrument zur Annäherung an Gott, Welt und Menschen, sinnlich erfahrbare Schnittstelle menschlicher Interaktion, kurz: facettenreicher Kernbereich menschlicher Aktivität und Kreativität.

„Wird die Wahrheit inszeniert? “ Oder „Gibt es eine/die Wahrheit außerhalb von Inszenierungen?“

Und wenn ja, wie erhalten wir Zugang zu ihr? Die Frage passt in die heutige Zeit – und ist zugleich recht alt.
Zwischen spätem Mittelalter und früher Neuzeit sieht sich der Philosoph und Theologe Nikolaus von Kues (1401-1464) angesichts der Krisen seiner Zeit, wenngleich in anderen Begriffen, mit einer ähnlichen Verunsicherung konfrontiert, wie wir sie heute erleben.
Die Spuren seiner vielseitigen Aktivitäten als hochrangiger Beamter im Dienst der Kirche (darunter eine volkssprachliche Gebetstafel in St. Lamberti zu Hildesheim) lassen ihn aus heutiger Sicht als einen Reformator vor der Reformation erscheinen. Viele seiner theoretischen Schriften können selbst angesehen werden als Inszenierungen, die so gestaltet sind, dass sie für die Lesenden zu einer konkreten Praxis werden.
Der Dialog Idiota de mente / Der Laie über den Geist entfaltet nicht allein ein philosophisches Konzept vom menschlichen Geist. Er bietet den Lesenden die Möglichkeit, dieses Konzept in der Selbstreflexion zu erfahren.
Der Traktat De visione Dei / Vom Sehen Gottes gibt konkrete Anweisung zur Umsetzung der gemeinsamen Lektüre in eine Szene, welche allen Beteiligten die Unbegreiflichkeit der Wahrheit als die Unsichtbarkeit Gottes vor Augen führt.